S800 Honda

S800

Technische Daten

Hersteller Honda

Der Honda S800 wurde als Cabrio (Honda Typcode AS800) und Coupé (Typcode AS800C) erstmals im März 1966 auf der Pariser Autosalon offiziell in Europa präsentiert und ab Januar 1967 verkauft, damit war er der dritte PKW der Honda Motor Co. Ltd. Japan. Mit diesem S800 startete Honda am 21. März 1967 als erster japanischer Automobilhersteller in Deutschland und konnte auch nennenswerte Stückzahlen (1967–1970 ca. 2500) verkaufen.

Technik

Das Besondere war ein 791-cm³-Motor mit 67,2 PS (49 kW) bei 7.570 min?1 und einem Drehmoment von 68,6 Nm. Mit einem Bohrung/Hub-Auslegung von 60/70 mm war er ein Langhuber mit einer Verdichtung von 9,2 : 1. Zwei durch Kette angetriebene obenliegende Nockenwellen ( DOHC ) betätigten pro Zylinder je ein Einlass- und ein Auslassventil über Tassenstößel. Die Kurbelwelle hatte 3 Hauptlager-Nadellager, das untere Pleuelauge hatten ebenfalls Nadellager. Der Motor hatte dadurch neben kleineren Reibungsverlusten auch geringere Schmier- und Kühlprobleme bei Drehzahlen von bis zu 8.500 min?1. Man konnte den Motor aber auch locker in den roten Bereich bis 11.000 min?1 drehen, der dann wie eine Nähmaschine schnurrte. Daraus ergab sich eine erstaunliche Literleistung von 85 PS/l und damit in dieser Zeit selbst einen Porsche 911 übertraf. Die Vergaserbatterie, die für jeden Zylinder einen eigenen unterdruckgesteuerten 30 mm Keihin-Unterdruckvergaser vorsah, war ein kombinierter Drosselklappen/Schieber-Vergaser und für ein schnell und verschluckfreies Hochdrehen sorgte. Auch die Alltagsbrauchbarkeit war durch die Langhub-Auslegung des Motors bemerkenswert, man konnte mit Drehzahlen zwischen 2.000 – 3000 min?1 durch die Stadt gondeln.
Der 333,5 cm kurze, 140 cm breite und 121,5 cm hohe Wagen war 760 kg (780 kg Coupé) leicht, hatte ein Beschleunigung von 13,7 Sekunden und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von über 160 km/h.
Eine Kardanwelle brachte die Kraft auf ein Differential zur Hinterachse und mit Zwischenwellen von dort über je einen Ketteantrieb links und rechts auf die Hinterräder. Die Kettenkästen mit Ölbad waren als Schwingen durch Schraubenfedern mit innenliegenden Teleskopstoßdämpfern am Leiterrahmen abgestützt. Der Wagen hatte somit zuerst eine Einzelradaufhängung. Dieses Bauprinzip mit Kettenkästen hatten aber nur die ersten S800 im Jahre 1966, die auch nicht nach Deutschland kamen. Gleichfalls hatte diese erste Ausführung noch Trommelbremsen an den Vorderrädern.
Von dieser frühen Ausführung wurden nur 752 Cabriolet und 242 Coupes gebaut. Der spätere S800 bekam ab Mai 1966 eine konventionellere Starrachse mit Differential an Längslenkern und Panhardstab. In dieser Ausführung wurden 604 Cabriolet und 69 Coupes gebaut bis die Scheibenbremse die Trommelbremse an der Vorderachse ablöste.

Die Vorderräder waren an Querlenkern geführt und durch Teleskopstoßdämpfer gedämpft sowie durch längsliegende Drehstäbe (Torsionsstab fünffach verstellbar), die am Kastenahmen befestigt waren, gefedert. Ein Stabilisator sorgte für eine geringe Seitenneigung in Kurven. Die Verzögerung übernahmen vorne Scheibenbremsen und hinten Trommelbremsen.

1968 wurde der S800M mit versenkten Türgriffen und öffnern innen, 4 großen Seitenstrahlern (nicht in Deutschland), einer Zweikreisbremsanlage und einem Vergaser mit Beschleunigerpumpe vorgestellt. (Insider bevorzugen aber die alte Vergaseranlage ohne Beschleunigerpumpe). Die Front und Seitenscheiben waren nun aus Sicherheitsgründen aus Verbundglas.

Dieser Sportwagen wurde in zwei Ausführungen, als Cabrio und Coupé, angeboten.
Als Zubehör gab es unter anderem auch ein Kunststoff-Hardtop und Kopfstützen.
Für sportlich Interessierte gab es von Honda einen Tuning-Satz zu kaufen, der den Motor über 100 PS bringen sollte und auch das Hardtop, Leichtmetallfelgen und ein Fünfganggetriebe einschloss.

Testurteil

Der Honda S800 war das erste japanische Automobil, das die Automobil-Zeitschrift auto, motor und sport in Heft 14/1967 getestet hat. Zitat: Guter Kauf. Der Honda S800 ist ein ungewöhnlich preiswertes Automobil; wo sonst erhält man für weniger als 8000 DM einen richtigen Sportzweisitzer. Dass der Honda ein echter Sportwagen ist und nicht nur so aussieht, beweist er durch seine guten Leistungen und einen Motor, wie man ihn selten findet. Da außerdem die Verarbeitung und die Qualität guten europäischen Maßstäben entsprechen, wird sich sein Verkaufserfolg auf die Dauer kaum vermeiden. Bietet er doch sportliche Fahreigenschaften und eine hochentwickelte Motortechnik zu einem außerordentlich günstigen Preis.
Zur Verkaufsförderung war auch der Rennfahrer Hans Herrmann engagiert worden.

Rennsport

Der S800 wurde auch im Rennsport erfolgreich eingesetzt.
Beim 1000-km-Rennen auf dem Nürburgring am 28. Mai 1967 gewann das Team Smet/de Fierlant mit einem gelben S800 RSC Cabrio/Hardtop (Nr. 125) in der Gran-Turismo-Klasse bis 1000cm³. Die 34 Runden fuhren sie in 7:04.26,4 Stunden und daraus mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 109,8 km/h.

Beim 500-km-Rennen auf dem Nürburgring am 3. September 1967 gewann der Japaner Tetsu Ikuzawa mit einem weißen S800 RSC Cabrio/Hardtop (Nr. 58) in der Gran-Turismo-Klasse bis 1000 cm³ und war damit schneller als der Gewinner der Klasse bis 1300 cm³. Die 20 Runden fuhr er in 3:45.17,8 Stunden und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 121,6 km/h. In seiner schnellsten Runde fuhr er in 11.04,0 min und einem Durchschnitt von 123,8 km/h. Der Automobil-Zeitschrift rallye & racing, Heft 10/1967 zufolge, soll der Motor 108 PS stark gewesen sein.

In den 90er Jahre nahm Denis Hulme zusammen mit Michael Ortmann, dem Chef der deutschen S800 Interessengemeinschaft, mit dem S600 Cabrio/Hardtop (Nr. 88) von 1964 an Historischen Rennen bei den GT’s (Grand Turismo) teil.

Werbung

In Prospekten wurde der kleine Sportwagen als der „Der Sohn eines Grand-Prix-Siegers“ beworben, da John Surtees mit dem Honda Formel-1 Rennwagen RA300 den GP von Monza von 1967 gewann und somit die Sportgene in sich trug.

Produktionszahlen

Von 1966 bis Mai 1970 wurden insgesamt 11.523 Fahrzeuge des S800 Cabrio und Coupés gebaut, von der gesamten Sports-Baureihe S500–S800 waren es nun 25.960.
In Deutschland wurden ca. 2.500 des S800 verkauft.

Heute

Heute sind die S800 echte Raritäten, wobei das Cabrio in der Gunst weit vorne steht. Schätzungsweise 100 fahrbereite Exemplare sind noch auf Deutschlands Straßen unterwegs.

weitere Honda Modelle

  • S500

    Der Honda S500 als Cabrio (Honda Typcode AS280) wurde erstmals am 25. Oktober 1962 auf der 9. Tokio ...

  • 1300

    Das Modell Honda 1300 wurde zwischen 1969 und 1972 gebaut. Der Honda 1300 Typ 77 hatte einen ...

  • Z


  • Quintet


  • N600


  • Legend


  • Jazz


  • Civic III


  • Civic I


  • Ballade