V8 Glas

V8

Technische Daten

Hersteller Glas

HansGlaswar sich wohl bewußt, dass sich sein kleines Unternehmen nicht mit Mittelklassenmodellen allein die Existenz sichern konnte, da hier mit relativ viel Aufwand nur wenig Wertschöpfung zu erwarten ist. Er sah eine Chance im Luxus-Bereich, wo auch kleine Stückzahlen edler Automobile für einen angemessenen Gewinn sorgen konnten. Seine Vorbilder waren Ferrari und Maserati , dort wollte er hin.

Natürlich muss ein exklusives Automobil über einen exklusiven Motor verfügen. Die bei Glas bislang hergestellten Vierzylinder waren nicht exklusiv genug, trotz modernster Bauart mit obenliegender Nockenwelle. Versuche, den bestehenden Vierzylinder um zwei Zylinder zu einem Reihensechszylinder zu entwickeln, scheiterten an thermischen und Festigkeitsproblemen. Einen anderen Ansatz, der ebenfalls auf den bisherigen Motoren fußte, war es, einen V8-Motor aus zwei Vierzylindern zusammenzusetzen. Diese Idee konnte man sogar mit noch weniger neuen Teilen umsetzen.

Wenig später konnte dieser leistungsfähige Motor in die von Pietro Frua elegant gezeichnete Karosserie eingebaut werden. Der entstandene Wagen wurde 1965 in Frankfurt präsentiert. Die Ankündigung, der Verkaufspreis betrüge nur 18.000 D-Mark, führte zu wahren Kaufräuschen, die geplante Produktionskapazität von 750 Fahrzeugen schien viel zu niedrig angesetzt. Doch leider ließ sich der Sturm der Begeisterung nicht in die Zeit nach der Vorstellung herüber retten. Nur knapp 700 der Autos wurden tatsächlich gebaut.

Er konnte Glas nicht mehr retten

 Leider war die Kapitaldecke der Hans Glas GmbH jetzt endgültig zu dünn, die kostenintensiven Eigenentwicklungen und der Drang nach stetiger Innovation hatte dem Unternehmen das Genick gebrochen. Gerüchte über eine Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens und eine bevorstehende Übernahme durch einen anderen Konzern untergruben das Vertrauen der Kunden in die Glas-Automobile, keiner wollte sie mehr kaufen und man sah sich in Dingolfing sogar gezwungen, die Werksferien zu verlängern. Der wunderbare Glas V8 war nun nicht mehr gefragt, obwohl die Presse voll des Lobes war und die Journalisten die exklusive Ausstattung, die geschmackvolle Anordnung der Instrumente ebenso bejubelten wie die Integration wichtiger Bedienelemente in den Blinkerhebel, wie er später in ähnlicher Form bei Mercedes erneut auftauchte – es war vergebens, das verlorene Vertrauen in den Hersteller war nicht wieder zu kitten. Selbst das aufwendig konstruierte Fahrwerk, das mit einer DeDion-Konstruktion die Hinterräder führte, die sportlichen Fahrleistungen des V8, der die magische 200 km/h-Marke brach, und die hochwertige Verarbeitung der Karosserie konnten nichts mehr retten.

Als aus den Übernahmegerüchten dann Tatsachen wurden und BMW die Hoheit über die Glas-Modellpalette gewonnen hatte, versuchte man das wundervolle Modell unter dem weiß-blauen Propeller weiter zu verkaufen, aber diese Idee wurde nur halbherzig verfolgt und so nahm die Welt Abschied vom Versuch des Hans Glas, in der Oberklasse Fuß zu fassen.

Modellvarianten V8

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