Isar Glas

Isar

Technische Daten

Hersteller Glas

Andreas Glas, Sohn des Firmengründers, hatte ein Faible für US-Autos. Er fuhr Oldsmobile , so geht zumindest die Legende – kein Wunder, dass er sich ein bisschen am US-Design der Zeit orientierte, als er Mitte der Fünfziger die Chance bekam, selbst ein Auto zu gestalten.

Glas in Dingolfing hatte sich erst vor wenigen Jahren über die Produktion von Landmaschinen hinausgehoben, zuerst einen Roller und 1954 ein Auto auf die Räder gestellt, das fabelhafte Goggomobil. Damit hatte Glas sich einen ausgezeichneten Namen gemacht, das Goggomobil ist wahrscheinlich das bestkonstruierte deutsche Winzauto der Fünfziger und Sechziger. Es sollte aber weitergehen mit der Entwicklung, weshalb die Familie Glas bald schon an einem größeren Auto arbeitete.

Eine Radikalkur

 Das sollte einen ganz anderen Antriebsstrang bekommen als der heckgetriebene Goggo: gebläsegekühlter Viertakt-Boxermotor vorn, dazu Frontantrieb. Die Karosserie von Anderl Glas zeigte sich vom 1957er Chevrolet inspiriert – so stellte Glas das neue “Goggomobil T600” auf der IAA 1957 aus. Das Publikum war interessiert, Glas stand nun unter Zugzwang. Das Problem: Das Auto war kaum fahrbar.

Der Motor sitzt weit vor der Vorderachse, zusammen mit dem Frontantrieb untersteuerte der T600 wie ein Tanker – er war kaum in eine Kurve zu bekommen. So war das Auto niemandem zuzumuten, doch die Kunden standen an der Händlertheke und trommelten mit den Fingern. Also entschloss man sich zu einer Radikalkur: Heckantrieb. Den Motor nach hinten zu rücken hätte einen größeren Aufwand nach sich gezogen als einen Kardantunnel durch die Kabine zu verlegen.

So verlor das Getriebe das angeflanschte Differential zugunsten eines Kardanflansches. Am Getriebe selbst ließ sich in der gegebenen Zeit nichts mehr ändern, weshalb der Glas Isar (wie er schließlich genannt wurde) ein kopfstehendes Schaltschema hat: Der 1. Gang liegt in der linken Ebene hinten, der zweite vorn. So ging er in Verkauf.

Praktischer als der Käfer – es hilft bloß nichts 

 Im Prinzip hatte der Kunde im Isar ein ungewöhnlich gut ausgestattetes, leistungsfähiges Auto. Allein, die Zuverlässigkeit … Der Isar – wie üblich bei Glas in Windeseile konstruiert – hatte ein paar Kinderkrankheiten, die Glas viel Kulanzleistung kostete.

Ab 1959 konnte man den Isar mit einem 30 PS-Motor bekommen, dazu kam auf der IAA der Isar Kombi, mit umklappbarer Rückbank und der beachtlichen Nutzlast von 475 Kilo (bei 720 kg Leergewicht). Trotzdem konnte sich der Isar nicht recht durchsetzen – die Kundschaft kaufte lieber den vergleichsweise altertümlichen und völlig unpraktischen, aber zuverlässigen Käfer . Die Stückzahlen sanken Jahr um Jahr, 1965 kam schließlich das Ende für den Isar.

Obwohl er mit 88.500 Stück der meistverkaufte Glas ist (Goggomobil ausgeklammert), hat man ihn heute so gut wie vergessen – vielleicht weil er in ein Loch zwischen dem knuffigen Goggo und den erwachsenen Glas der Sechziger fällt.

Modellvarianten Isar

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