Panda Fiat

Panda

Technische Daten

Hersteller Fiat

Der Fiat Panda

Es gibt für Entwicklungsingenieure wohl nichts freudloseres, als einen Kleinwagen zu entwickeln.
Ständig sitzen einem die Controller im Nacken, Kostenersparnis ist Pflicht, diese Lösung ist zwar technisch super, aber viel zu teuer, jenes Detail ist viel zu aufwändig und verschlingt in der Fertigung ein Vermögen, kurz der Kostendruck erstickt normalerweise jede Kreativität.
Als dann Giorgetto Giugiaro für Fiat den Tipo Zero, einen Nachfolger des 126 entworfen hatte, rieb man sich in Turin verwundert die Augen. Das entstandene Automobil war ein wahrer Geniestreich, nicht nur schön anzusehen sondern auch praktisch in der Fertigung!
Denn der Meister hatte beim Entwurf schon die Fertigung im Blick, die Reduktion auf das Wesentliche war das Ziel. Bei der Karosserie wurde auf überflüssige Sicken und Bögen verzichtet, klare Linien und plane Flächen verringerten die Bearbeitungsschritte, das Ergebnis glich einer Hommage an das Bauhaus.
Alle Fenster waren aus kostengünstigem Flachglas.
Front und Heck wurden von großzügig bemessenen Kunststoff-Stoßstangen vor den Unbillen des Einparkens geschützt, die unteren Flanken ahmten in gleichartigen Lack gehalten diesen Schutz nach.
Auf einen klassischen Kühlergrill wurde verzichtet, einfache Schlitze im Blech taten denselben Dienst doch auch.
Im Innenraum setzte sich der Eindruck von einfallsreicher Kargheit fort.
Die Sitze bestanden aus umpolsterten Stahlrohren und glichen Campingstühlen. Sie waren verstellbar und trotz ihrer augenscheinlichen Einfachheit sehr bequem.
Die Rückbank, eine an drei Stäben gespannte Hängematte konnte mit großer Variabilität erfreuen, sogar eine Baby-Wiege konnte man mit ihr bauen, ob man allerdings ein Kind dieser windigen Konstruktion anvertrauen sollte, müsste heute entschieden verneint werden.
An Stelle des Handschuhfachs trat eine über die ganze Wagenbreite laufende Dachrinne, über deren Fassungsvermögen man sich keine Sorgen zu machen brauchte, auch größte Atlanten und Wasserflaschen fanden einen stets griffbereiten Platz vor. Als Krönung thronte auf der Kante der Regenrinne ein über die gesamte Wagenbreite verschiebbarer Aschenbecher, der zur Entleerung leicht entfernt werden konnte.
Vor dem Fahrer war in einem schuhschachtelgroßen Plastikkasten ein Tachometer, eine Tankanzeige, eine Hand voll Kontrolllämpchen und eine einfach Heizungsregelung übersichtlich und geschmackvoll arrangiert, vor Fehlbedienung und Reizüberflutung war man sicher.
Alles im Panda machte einen spartanischen Eindruck, aber alle Details zeichneten sich durch Originalität und liebevolle Gestaltung aus.
Und der Spaß kam auch beim Fahren nicht zu kurz. Der Panda war sicherlich kein Anwärter auf den Sportpokal und auch für lange Urlaubsfahrten gab es geeignetere Kandidaten, aber wie seine 34PS mit den überschaubaren 700kg umsprangen war aller Ehren wert, zumal einen nicht die McPherson-Federbeine an den Vorderrädern und die blattgefederte hintere Starrachse in den entscheidenden Momenten im Stich ließen, sondern mit angemessener Ernsthaftigkeit den ihnen übertragenen Aufgaben nachkamen. Das Auto war eine schlüssige Antwort auf die Frage: „Wie viel Auto braucht man eigentlich?“ und setzte damit eine Tradition fort, die auch die Ente von Citroen , den R4 von Renault oder den Mini hervorgebracht hatte. Von 1980 bis 2003 entschieden sich weltweit 4 Millionen Käufer für die „tolle Kiste“, wie ihn die deutsche Werbelyrik titulierte.
Das Erbe des 126 durfte der Panda wegen lizenzrechtlichen Gründen (da der 126 als Polski-Fiat weiter produziert wurde) dann doch nicht antreten, aber als eigenständige Bereicherung des Kleinwagensegments wollte Fiat ihn der Welt nicht vorenthalten und entließ ihn als Panda in die Freiheit.

Modellvarianten Panda

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