DMC-12 DeLorean

DMC-12

Technische Daten

Hersteller DeLorean

Was für ein Auto! Welch eine Pleite. Giorgio Giugiaro , der große Autodesigner, hat viele wundervolle Autos entworfen. Der DMC -12 zählt dazu. Das Design ist leider so ziemlich das einzige Element dieses erstaunlichen Autos, das nicht von Kompromissen verzerrt und Missverständnissen korrumpiert wurde.

Die Karosserie zum Beispiel: aus Edelstahl, wird nie rosten. Leider haben DeLorean -Fahrer nur begrenzte Freude daran. Wenn das Auto eine Delle abbekommt, wird die für immer erinnerlich bleiben, denn ausbeulen ist zwar möglich, spachteln aber nicht. Wer seinen DMC -12 gern in einer anderen Farbe hätte als silberschimmernd (was sehr schön sein kann, wenn keine Fingerabdrücke drauf sind), muss ein Studium in Metallurgie und Lackverarbeitung absolvieren, wenn er nicht möchte, dass die Farbe zwei Tage nach der Lackierung wieder abblättert. Und da die Presswerkzeuge auf dem Grund der Irischen See liegen, sind Ersatzbleche rar …

Zuviele Kompromisse

 Oder die Seitenfenster: Die flach bauenden Flügeltüren bieten keinen Platz für eine versenkbare Scheibe, zumindest nicht in ganzer Größe. Daher gibt’s nur eine Luke, durch die man immerhin ein Ticket fürs Parkhaus ziehen kann. Die Krönung ist jedoch die Einbaulage des Motors. 15 Jahre nachdem selbst Renault kapiert hatte, dass es insgesamt mehr Nachteile hat, wenn man den Motor hinter die Hinterachse hängt, kam der DeLorean – und dann gleich mit einem mächtigen Grauguss-Sechszylinder.

Auch dies ist der Auswuchs einer Folge von Kompromissen: Zunächst hatte John Z. DeLorean einen Mittelmotor vorgesehen, am liebsten einen Wankelmotor , der viel Leistung bringt bei wenig Gewicht und sehr kompakten Außenmaßen. Eben als DeLorean sich nach einer Wankel-Lizenz erkundigte, gab die westliche Welt den Wankel als aussichtslos auf. Es folgten Experimente mit Citroen -Vierzylindern, die jedoch zu schwachbrüstig waren. So verfiel DeLorean zum Schluss auf den Euro-V6 , ein kompromissbehafteter Motor, der weder stark noch verbrauchsgünstig ist, dafür ziemlich schwer.

Und dann kam Lotus

 Dank ultramoderner Kunststoffe sollte der DeLorean von der Idee her leicht und dabei sehr stabil werden. Dann kam Lotus , warf bisherige Chassis-Entwürfe über Bord und baute den DMC -12 auf wie die Autos aus eigener Produktion, derzeit Excel : als Zentralträgerchassis mit Gabelungen an den Enden. Damit konnte der Motor nur ganz vorn oder ganz hinten sitzen. Vorn war kein Platz, also kam er ans hintere Ende.

Der Karosseriekörper besteht aus einer geschäumten Kunststoffmasse, die mit Edelstahl beplankt wird. Spätestens jetzt ist es vorbei mit dem Leichtgewicht. Um all dies ins rechte Licht zu setzen: Andere Hersteller haben es fertiggebracht, noch viel verwurschteltere Baumuster auf den Markt zu bringen – besonders die britische und seit Ende der Siebziger die US-Autoindustrie sind in der Hinsicht führend.

Trotz all dem: ein kompetentes Auto

 Im Gegenteil, der DMC -12 ist trotz allem ein kompetentes Auto geworden. Es gibt Exemplare mit Laufleistungen über 400.000 Kilometern, inzwischen hat sich eine Gemeinde um das Auto gebildet, die alle Tricks kennt, um einen DeLorean am Leben zu erhalten. Das ist eine bemerkenswerte Leistung. DeLorean-Besitzer mussten die komplette technische Dokumentation ausarbeiten, die seinerzeit mit dem Werk unterging.

Dank der Begeisterung vieler Besitzer zählt der DMC -12 inzwischen zu den wenigen Autos, die trotz fehlender Werksunterstützung perfekt durchdokumentiert sind. DeLorean-Enthusiasten haben für jedes denkbare Problem eine Lösung parat, von der Reifenbeschaffung über das Tuning bis zur korrekten Justierung des Schaltgestänges. Einen Mangel konnte allerdings bis heute niemand beheben: Nur ein einziges Exemplar ist bekannt, bei dem der Fluxkompensator funktioniert.

Modellvarianten DMC-12