F102 DKW

F102

Technische Daten

Hersteller DKW

Der F102 würde die letzte Automobilentwicklung der Firma DKW bleiben, obwohl gerade er für den Fortbestand des Unternehmens sorgen sollte. Endlich hatte man sich bei DKW dazu aufgerafft, einem Wagen eine selbsttragende Karosserie zu gönnen, deren Kotflügel zudem servicefreundlich verschraubt und nicht geschweißt waren, endlich hatte man vom Chromschmuck Abschied genommen und präsentierte eine schlicht und geradlinig moderne Architektur mit großen Fensterflächen und einem riesigen Gepäckraum, der beachtliche 600 Liter fasste.

Allein bei den Motoren konnte man sich doch nicht zu einem Bruch mit alter Tradition durchringen. Wie schon seine lange Ahnenreihe musste der F102 mit einem Zweitakter auf Kundenfang gehen. Immerhin war es der größte Zweitakter der DKW -Geschichte, der für Vortrieb an der Vorderachse (wo sonst?) sorgte: Auf 1,2 Liter Hubraum vergrößert, entwickelte der ehrwürdige Dreizylinder 60 Pferdestärken; 103 Newtonmeter machten sich über die Kurbelwelle her und beschleunigten den mit 900 kg moderat leichten Wagen bis auf eine Höchstgeschwindigkeit von 135 Stundenkilometern.

Vorsicht Frischölautomatik

Auch in der Handhabung macht der F102 es seinem Besitzer leicht – der muss an der Tankstelle kein Gemisch mehr zapfen, sondern füllt Benzin in den Benzintank und Öl in den transparenten Öltank, die patentierte Frischölautomatik erledigt den Rest. Sie bereitet das Gemisch jeweils den Bedürfnissen des Motors entsprechend zu und sollte eigentlich für ungetrübten Fahrgenuss sorgen.

Eigentlich. Leider war die Frischölautomatik nicht vollends durchentwickelt; in kalten Wintern konnte das dann zähflüssige Öl nicht durch die engen Leitungen fließen, die Folge war eine unwillkommene Unterbrechung der Motorschmierung, mit fatalen Folgen für den Motor. Die Trinksitten des Dreizylinders waren verheerend, bis zu 15 Liter gönnte er sich pro 100 Kilometer. Auch die Qualität des Wagens war kritikwürdig, Kurbelwellenbrüche, Zündungsprobleme, Lagerschäden und mangelhaft ausgeführte Lackierungen gehörten zum Alltag eines DKW -Kunden.

Neues Design, alte Technik

Über mangelnde Qualität klagten aber auch Besitzer anderer Fabrikate, entscheidender war die neue Designlinie, die zunächst viel Zuspruch fand. DKW verscherzte sich jedoch die Sympathien der Aufgeschlossenen, denen das moderne Äußere des Fahrzeugs zusagte, die aber mit der antiquierten Zweitakttechnik wenig anfangen konnten, und vergraulte auf der anderen Seite das kleine Häuflein Konservativer, die auf ihren Zweitakter schwörten und nie etwas anderes haben wollten, mit einer schmucklosen Bauhaus-Skulptur.

Nach nur vier Jahren Bauzeit und 52000 gebauten Autos zog der zwischenzeitliche Eigentümer, die Volkswagen AG, die Notbremse und setzte der Marke DKW ein Ende. Dem glücklosen Heilsbringer F102 stand jedoch eine lange Fortentwicklung zum Audi bevor, für den er den Neustart ermöglichte.

Modellvarianten F102

weitere DKW Modelle