Isetta BMW

Isetta

Technische Daten

Hersteller BMW

In den frühen Fünfzigern steckten die Bayrischen Motorenwerke in einer Absatzkrise. Man hatte das Automobilwerk in Eisenach an die sowjetischen Besatzer verloren, die Autoproduktion musste daher in München mühsam in Gang gebracht werden. Erst 1952 hatte man wieder ein Auto im Angebot, den Typ 501, eine große und teure Limousine, die mit 15000 Mark den finanziellen Rahmen des Durchschnittsbürgers bei weitem sprengte.

Bei BMW waren die Kassen aber ebenso leer wie bei vielen deutschen Bürgern, eine Neukonstruktion konnte man sich einfach nicht leisten, und so machte man sich auf die Suche nach einem Kleinwagen, der in Lizenz gebaut für volle Auftragsbücher sorgen sollte.

Wurzeln in Italien

Fündig wurde man in Italien: Renzo Rivolta, Firmenchef des Motorrad- und Kühlschrankherstellers ISO Rivolta, stellte 1954 auf dem Turiner Autosalon die ISO -Isetta vor, in der die Bayern großes Potential witterten. Man einigte sich über eine Lizenzvergabe und BMW machte sich an die Überarbeitung des kuriosen Kleinwagens.

Natürlich musste man ein hauseigenes Triebwerk implantieren, hatte man doch beachtliche Kompetenz im Bau von Motorradmotoren, außerdem konnte man so die eigene Motorenfertigung besser auslasten. Die BMW Isetta bekam also den Viertakt-Einzylinder der BMW R25, gut für 12 PS.

Design und Technik der Isetta trafen den Geschmack des Publikums. Der Start des Rollermobils 1955 wurde von humorvollen Werbebotschaften flankiert; ausschlaggebend für den Erfolg aber war das gestiegene Einkommen der Westdeutschen, die sich ihren Wunsch nach einem geschlossenen Fahrzeug nun erfüllen konnten. Dabei war es auch von Vorteil, dass man für die Isetta keinen Auto-Führerschein brauchte und Mechanik-Reparaturen dank der verwendeten Motorradteile ausgesprochen günstig waren. Die Isetta verdankte ihr serienmäßiges Faltdach der Gesetzgebung, da ein zweiter Ausstieg neben der Fronttür zwingend vorgeschrieben war.

Keine Veränderungen

BMW setzte den anhaltenden Erfolg der Isetta während ihrer 7-jährigen Bauzeit nicht durch äußerliche Veränderungen aufs Spiel (ausgenommen eine veränderte Kabinenverglasung ab 1957), einzig Verbesserungen am Fahrwerk sicherten die bleibende Zufriedenheit der Kunden. Mit der Isetta konnte BMW den drohenden Konkurs bis zur Vorstellung der Neuen Klasse 1961 hinauszögern, die dem Unternehmen dann das Überleben sicherte. Die Isetta hatte ihre Mission, den Deutschen einen günstigen fahrbaren Untersatz zu bieten und BMW die weitere Produktion von Automobilen zu ermöglichen, mit Bravour erfüllt. Den steigenden Ansprüchen der Autofahrer in der einsetzenden Wirtschaftswunderzeit konnte sie aber auf Dauer nicht gerecht werden. So verabschiedete sich BMW 1962 von der Isetta und damit auch von den lästigen Lizenzzahlungen an ISO Rivolta.

Modellvarianten Isetta