E24 Sechser BMW

E24 Sechser

Technische Daten

Hersteller BMW

Bis 1976 hatte man als Käufer eines Neuwagens im obersten Preissegment meist die Wahl zwischen zwei scheinbar unverträglichen Gegensätzen: Man entschied sich entweder für Komfort und Luxus, kombiniert mit Halbagilität und Stern, oder man wechselte ohne Rücksicht auf die Bandscheiben nach Zuffenhausen und fuhr kompromisslose Sportwagen. BMW hatte seine Identität noch nicht voll und ganz gefunden. Während Rennfahrzeuge der Tochtergesellschaft BMW Motorsport GmbH auf Treppchen fuhren, sahen die Serienkonstrukteure die Zukunft der Marke noch eher in gediegenen Luxuslimousinen. Zwar wurden die jüngsten BMW -Fahrwerke anderer Modellreihen bereits straffer ausgelegt, doch fehlten bewusst die letzten Schritte zur Sportlichkeit.

Mut zur Marktlücke

BMW hatte bereits zuvor mit den Vorgängermodellen 2000C und E9 ab 1965 bewiesen, dass man zweifellos in der Lage war, ausgereifte Coupes zu bauen – wenn auch die Verkaufszahlen alles andere als rekordverdächtig waren. Doch merkte man hier bereits, dass ein schnelles Coupe, mit starken Motor, straffen Fahrwerk und kurzen Schaltwegen, durchaus seine Käuferschaft finden konnte. Also setzte man die Tradition fort und entschloss sich erneut für den Bau eines 2+2-Sitzers. Das Leitziel war hierbei klar definiert: Prestigeträchtigen Kunden, eine bis dato ungeahnte Symbiose aus Sportlichkeit und Luxus bieten – eine klare Kampfansage an Mercedes und Porsche. So entstand auf der Basis der 5er-Baureihe E12 ein 1,5 Tonnen schweres Sportcoupé, dessen scheinbar endlos lange Motorhaube in einer schnittigen Front endete, die an einen Haifisch erinnerte – der 6er BMW E24.

Von der Strecke für die Straße

Motorentechnisch wurde nichts dem Zufall überlassen. Kurz nach dem Debüt des 6er-Coupe im Jahre 1979 – mit einem 3,3 Liter-Motor und 200 PS, hielt das neue Standardaggregat Einzug in die Karosse. Der Motor des 635 CSI mit der Typenkennung M30B35, war jedoch keineswegs ein herkömmlicher Reihensechszylinder, den man in erster Linie für den ruhigen Schubbetrieb auf Landstraßen konzipiert hatte: es handelte sich hierbei um ein gezähmtes Hochleistungsaggregat, dass seine Wurzeln im Rennsport hatte. In der Rennversion des BMW E9 leisteten Varianten des M30-Motors dank Aufladung bereits bis zu 800 PS. Die Straßenversion des 3,5 Liter Motors, der im 635 CSI verbaut wurde brachte es mit 12 Ventilen immerhin noch auf eine Leistung von 218 PS. An die Herkunft aus dem Motorsport, erinnerte jedoch weniger die reine Motorleistung – hier hatte die Konkurrenz die Nase vorn. Viel mehr war es die vehemente Art, wie der Sechszylinder seine Kraft entwickelte: Schon früh stand ein saftiges Drehmoment von 310 NM an. Der Motor strebte gnadenlos bis zur Leistungsobergrenze von 5.300 Touren pro Minute – wobei man das Gefühl nicht los wurde, ihm mit Vollgasforderungen quasi einen Gefallen zu tun. Fahrwerte wie die Beschleunigung von 0 – 100 Km/h in 7,4 Sekunden und die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 229 Km/h, drücken auf dem Papier nur noch unzureichend aus, was das 1978 im Straßenverkehr bedeutete: vom Stand bis auf 200 Km/h, zog man mit rund 36 Sekunden dem Porsche 928 davon – der mit 38 Sekunden auf der Uhr nur noch das Heck des 635 CSI zu sehen bekam. Zum Vergleich: Der Porsche 928 war in seiner Basisausführung ein 4,5 Liter 8-Zylinder, hatte 35 Kg weniger auf den Achsen und 22 PS mehr Leistung unter der Haube. Ähnlich deklassiert musste sich der Fahrer eines Mercedes 450 SLC 5.0 vorkommen, wenn der 635 CSI den stehenden Kilometer in 28,4 Sekunden abriss und ihm dabei um mehre Autolängen davon zog.

Ab 1984 brachte BMW den 286 PS starken M6 auf den Markt, dessen Motor aus dem M1 stammte und noch leicht leistungsoptimiert wurde. Der M6 vollführte den Sprint von 0-100 Km/h in nur 6,4 Sekunden und war mit einer Spitzengeschwindigkeit von 255 Km/h über jeden Zweifel erhaben.

Nr. 6 lebt!

Auch im Innenraum des 6er Coupe leistetet BMW nachhaltige Pionierarbeit: Mit dem Bordcomputer und dem technischen Überwachungselement „ACC – Checkcontrol“, versetzte man das fahrerorientierte Cockpit mit einem Schlag ins Computerzeitalter: Auskünfte vom aktuellen Durchschnittsverbrauch bis hin zum Zustand der Bremsbelege waren nicht länger Größen, die man in Fahrerpausen auf Tankstellen ermitteln musste. Es war alles nur noch die Frage eines einfachen Knopfdrucks – in analogen Zeiten musste man eher das Gefühl haben, in einem Flugzeug zu sitzen als in einem PKW .
In den letzten Ausführungen der 6er-Reihe waren sogar technische Meilensteine wie Fahrerairbag und ABS verfügbar. Die sportlichen Ambitionen des Coupes konnte man angesichts des Innenraums, der in seiner Großzügigkeit eher an eine Limousine erinnerte, beinahe vergessen. BMW ließ sich die Vielseitigkeit des 635 CSI allerdings auch mit rund 50.000 DM mehr als angemessen bezahlen. Preislich blieb man jedoch hinter der Konkurrenz Porsche 928 und Mercedes 450 SLC 5.0.

Bis zum Ende seiner Bauzeit wurde die 6er Reihe daher rund 86.000 mal verkauft und konnte damit in Anbetracht seiner Zugehörigkeit zur Oberklasse, durchaus als Erfolg gewertet werden. Sein markantes Äußeres, die robusten Maschinen und hochwertige Verarbeitung sichern ihm einen langen Oldtimer-Fortbestand. Sein Nachfahre der 8er BMW , rannte dem Erfolg des 6er Coupe, Zeit seines Lebens hinterher.

Modellvarianten E24 Sechser

  • 630 CS

    1976 wurde der 630 CS mit einem 3,0 Liter Sechszylidner Vergasermotor zum Startpreis in Höhe von ...

  • 628 CSi

    Insgesamt 5.900 628 Csi verließen zwischen 1979 und 1987 das Werk. Das neue Einstiegsmodell leistete ...

  • 633 CSi

    Der 633 CSi verfügte über den aus dem 630 CS bekannten M30 Reihensechszylinder, welcher in diesem ...

  • 635 CSi S1


weitere BMW Modelle

  • 2000 C

    1965 wurde das Coupe der neuen Klasse vorgestellt. Zu Beginn gab es nur die leistungsstarke 2000 CS ...

  • 1600 GT

    Als BMW 1966 die Glas Werke übernahm, entschied man, den Glas GT mit der ausgereifteren BMW Technik ...

  • E34 Fünfer

    Im Januar 1988 stellte BMW die 5er-Baureihe E34 als Nachfolger des E28 vor. Die Baureihe E34 ...

  • E28 Fünfer

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  • E21 Dreier

    BMW E21 “Dreier” Schweres Erbe Nachfolger haben es oft nicht leicht: dies gilt besonders für die ...

  • Barockengel

    Der wunderschöne BMW 501/502, der den Spitznamen "Barockengel" trug, war ein Oberklasse-Fahrzeug für ...

  • M 1

    Der BMW M1 ist ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte von BMW. Neben den herausragenden ...

  • E9

    Der BMW e9 wurde zwischen 1968 - 1975 gebaut und mit M30 Reihensechszylinder Motoren mit 2,5 - 3,2 ...

  • Neue Klasse

    Die sogenannte Neue Klasse von BMW war der Aufbruch dieser Marke zu neuen Inhalten und einer ...

  • 600

    Der Versuch, ab 1957 eine Isetta mit mehr Innenraum und größerem Motor anzubieten, führte zu einem ...

  • Isetta

    In den frühen Fünfzigern steckten die Bayrischen Motorenwerke in einer Absatzkrise. Man hatte das ...

  • 335

    Der BMW 335 wurde zwischen 1939 und  1941 in den Bayrischen Motorenwerken hergestellt. Die ...

  • 328

    Bei BMW fehlte es an sportlichen Hoffnungsträgern. Zwar hatte der 327 einen adäquaten Motor, ...

  • 326

    Der BMW 326 war eine Mittelklasse Limousine mit 2,0 Liter Reihensechszylinder. Der 50 PS starke ...

  • 503


  • 319


  • 3/20 


  • E31 Achter

    BMW 850i Zuvor präsentierte Studiendesigns und Erlkönigbilder schienen der Öffentlichkeit nicht ...

  • Z 1

    Zwischen 1988 und 1991 wurden ca. 8000 Z1 gebaut. Das Fahrzeug verfügte über den bekannten M20 ...

  • E32 Siebener

    Der von Claus Luthe gestaltete BMW E32 wurde im Jahr 1986 als Nachfolger der Baureihe E23 ...

  • E23 Siebener

    Olympische Gedanken Mitte der Siebziger Jahre setzte BMW an zum Sprung an die Spitze der ...

  • 3/15 PS Dixi

    Der BMW 3/15 Dixi war das erste Automobil der bayrischen Motorenwerke. Der 15 PS starke Dixi war ein ...

  • 02

    Die BMW 02er Reihe Dass die „Bayrischen Motoren Werke heute vor allem sportliche Assoziationen ...

  • E12 Fünfer

    Der erste 5er BMW folgte auf die "neue Klasse", war zeitgemäß designt und bietete dank bis zu 218 PS ...

  • E3

    Der BMW e3 ist eine Oberklasse Limousine aus den Jahren 1968 - 1977. Der legitime Nachfolger des BMW ...

  • 3200 CS

    Die Gedankengänge in der BMW -Zentrale zu Ende der Fünfziger ist schwer nachzuvollziehen. Trotz ...

  • 700

    Wie bedeutend dieses Auto für BMW war, ist ziemlich in Vergessenheit geraten. Es löste den BMW ...

  • 507

    Nach dem Zweiten Weltkrieg war für BMW eine schwierige Phase angebrochen: Die Fertigungsstätten ...

  • 321

    Der BMW 321 erschein 1939 als Nachfolger des erfolgreichen BMW 320. Dieses Mittelklasse Modell ...

  • 327

    Der BMW 327 wurde zwischen 1937 und 1941 in Eisenach gebaut. In dieser Zeit wurden ca. 2800 ...

  • 329

    Eigentlich ist der 329 eine ungeplante Zwischenlösung. Nachdem der 326 erschienen war, klaffte ...

  • 315

    Im Mai 1934 wurde der BMW 315 als Nachfolger des BMW 303 auf der Berliner Automobilausstellung ...

  • 320


  • 309


  • 303