Trumpf Adler

Trumpf

Technische Daten

Hersteller Adler

Das Automobilprogramm der Adlerwerke ist über lange Perioden von einer seltsamen Zwiespältigkeit geprägt. Wo manche Hersteller höchst fortschrittlich, andere ausgeprochen konservativ arbeiteten, war Adler oft beides. Der Ursprung dieser seltsamen Produktkultur liegt in den Anfängen der Autoproduktion bei Adler, genauer im Fortgehen Edmund Rumplers 1905: Dessen avantgardistischer Impuls blieb in der Kompaktwagenkonstruktion erhalten, während parallel für die gehobenen Autos konservative Ideen prägend wurden.

Die sicherlich krasseste Ausprägung des zwiespältigen Konstruierens aber fand Adler 1932, mit den Zwillingsmodellen Primus und Trumpf. Adler brauchte ein neues Basismodell; den passenden 1,5-Liter-Vierzylinder hatte man schnell bereit und gab nun den zwei hausinternen Entwicklungsteams den Auftrag, je einen passenden Wagen dazu zu bauen.

Der alte Konstruktionschef Dr. Göckleritz löste die Aufgabe auf bewährte Art: Starrachsen, konventionell aufgebauter Antriebsstrang, aufrechte Karosserie – der Adler Primus stellte die klassische Bauweise der Zwanziger in vollendeter Ausprägung dar. Im zweiten Konstruktionsbüro arbeitete derweil der junge Hans-Gustav Röhr , damals einer der fortschrittlichsten Denker der deutschen Autoindustrie. Röhr interessierte sich zeitlebens vor allem für Fahrwerke und Chassis, weshalb er seiner Version des 1,5-Liter-Wagens einen Kasten-Plattformrahmen verlieh, der dank Frontantrieb ohne Kardantunnel auskam, dazu Einzelradfederung rundum. Sein Trumpf hatte das Potential, mit derselben Motorisierung Kreise um den Primus zu fahren – was er bald auch tat.

Das flotte Wesen des Trumpf

 Äußerlich waren die Zwillinge allerdings kaum zu unterscheiden. Der Frontantrieb war ganz neu in der Großserie; im Prinzip drehte man dazu einen konventionellen Antriebsstrang um: vorn Vorderachse mit Differential, dann Getriebe und Kupplung, schließlich der Motor dicht an der Spritzwand. Das brauchte viel Raum und verlangte eine lange Motorhaube – die aber durchaus dem ästhetischen Empfinden der Kundschaft entgegen kam.

Der konservative Primus hatte, möglicherweise um die konzerninterne Hierarchie zu betonen, hydraulische Bremsen und eine Zentral-Schmieranlage bekommen – während sich der Trumpf-Besitzer anfangs noch mit Seilzugbremsen und Schmiernippeln abmühen musste. Anfangs verkaufte sich der Primus recht ordentlich, aber bald schon verstand die Öffentlichkeit das flotte Wesen des Trumpf, und es dauerte nicht lange, bis der Fronttriebler seinem Bruder davonzog. Bald erhielt auch er moderne Bremsen und die vereinfachte Schmieranlage. Als die zwei Typen 1936 abgelöst wurden, hatte der Primus knapp 8000 Käufer gefunden, der Trumpf mehr als dreimal so viele.

Modellvarianten Trumpf

weitere Adler Modelle

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  • 2 Liter


  • Favorit


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  • 10/50 PS


  • Diplomat


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  • Primus

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  • Standard 8


  • 18/80 PS


  • 6/25 PS