Pacer AMC

Pacer

Technische Daten

Hersteller AMC

Seinen größten Erfolg feierte der AMC Pacer auf der Kino-Leinwand: In der 1993 erschienenen Komödie „Wayne’s World “ war er das Vehikel des schrägen Duos Wayne&Garth. Das Fahrzeug: eine Witzfigur genau wie seine Fahrer – wie passend für das Schicksal des Pacers.

Dabei hätte es alles auch ganz anders kommen können. Als Anfang der siebziger Jahre die US-Regierung neue Sicherheitsstandards für PKW s ankündigte, unter anderem verschärfte Bestimmungen für den Aufprall- und Überrollschutz, trat der stets klamme Autohersteller AMC die Flucht nach vorne an. „Amigo“ war der Name für das Kompaktwagen-Projekt, das nicht nur die neuen Sicherheitsstandards erfüllen und übertreffen, sondern auch in Sachen Motorenbau eine neue Ära einleiten sollte. Motorenpartner General Motors hatte Lizenzen für die Fertigung eines Wankelmotors gekauft und wollte mit dem revolutionären Konzept den amerikanischen Markt erobern, AMC wäre als Abnehmer für den Pacer automatisch auf der Welle des Erfolges mitgeschwommen.

Rückstand statt Vorsprung

 Leider schlug der konzeptionelle Vorsprung durch äußere Umstände in realen Rückstand um, den der Pacer Zeit seines Lebens nicht mehr einholen sollte. Zuerst sorgte die Lobby der US-Automobilhersteller für eine deutlich aufgeweichte Version der Sicherheitsrichtlinien. Mit seiner massiven Karosseriestruktur, die auf einmal niemand mehr brauchte, stand der Pacer in einem Teilnehmerfeld aus lauter leichter konstruierten Konkurrenten an der Startlinie wie ein Arbeiterstiefel mit Stahlkappen neben lauter Turnschuhen.
Gleichzeitig wurden aber die Grenzwerte für Motorabgase verschärft – das Todesurteil für die Entwicklung des Wankelmotors bei General Motors. Wankelmotoren galten zu Recht als problematisch in der Abgasfrage, da in ihrem spezifisch geformten Brennraum nur mit viel Entwicklungsaufwand ein homogenes Gemisch gebildet werden kann. Ein Aufwand, den GM offensichtlich nicht mehr betreiben wollte – und schon stand der Pacer ohne Motor da.

*Der Antriebsstrang: antik. Das Design: frisch
*

 Als Ersatz für den kleinen und leichten Wankelmotor, der eigentlich die Vorderräder hätte antreiben sollen, musste nun das AMC -eigene Einstiegstriebwerk herhalten, ein uralter, schwächlicher 3,8-Liter-Reihensechszylinder, der obendrein nur für Heckantrieb ausgelegt war. Plötzlich war es sehr eng im Pacer-Motorraum. Um den Kardantunnel unterbringen zu können, verbreiterte man kurzerhand die Karosserie auf fast zwei Meter.

Der schwere Motor vorne, die antiquierte Starrachse hinten und der unangemessen hohe Verbrauch des Fahrzeugs störten die Kunden anfangs allerdings nur wenig. Der Pacer punktete an anderer Stelle: durch sein überzeugendes, frisches Styling. Dann aber brachte die einsetzende Energiekrise 1973 Konkurrenz aus Übersee auf dem amerikanischen Markt. Deren Autos konsumierten viel weniger Kraftstoff und fuhren viel besser als der frontlastige Pacer.

Dem Manko der Behäbigkeit versuchte man mit größeren Motoren abzuhelfen, immer getreu dem Motto „viel hilft viel“, erkaufte sich die neue Spritzigkeit des Pacers aber – Überraschung – mit ungesitteter Sauferei: Durchschnittlich 15,4 Liter Benzin konsumierte der 5-Liter-V8 auf 100 km, womit dem Pacer eine europäische Karriere ebenfalls versagt blieb. Sämtliche Exportversuche blieben ohne Erfolg.

Nicht mal in der Zerstörung erfolgreich

 Und selbst das letzte kleine Hintertürchen auf dem Weg zu Ruhm und Ehre wurde dem Pacer vor der Nase zugeschlagen: Bei Destruction Derbys, jenen amerikanischen Autorennen, bei denen alte Fahrzeuge in möglichst spektakulärer Weise einen Rundkurs befahren und wirklich alles erlaubt ist, hätte der Pacer mit seiner rigiden Sicherheitskarosse zum echten Renner werden können. Leider schob man seiner Destruction-Derby-Karriere per Reglement einen Riegel vor: Dieses Auto sei ein Lastwagen und habe nichts in einem Rennen verloren, in dem möglichst viel kaputt gehen soll, hier es in der Begründung der zuständigen Kommission. So war der Pacer nur ein einziges Mal ein echter Star: 1993, in „Wayne’s World“.

Modellvarianten Pacer

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