Bleibt alles anders

Bleibt alles anders

Das Jahr neigt sich bedrohlich dem Ende zu, ein neues steht ins Haus – und Wiebke Brauer fragt sich, was es uns bringen mag. Nun, man muss sich nur genau umsehen und findet die Antwort an einer ganz unerwarteten Stelle

Das war es also. Das war 2012. Die Olympiade und die Kunstausstellung Dokumenta fand statt, ein Kreuzfahrtschiff wurde auf Grund gesetzt, Whitney Houston, Donna Summer, Maurice Sendak, Ray Bradbury, Ernest Borgnine und Dave Brubeck starben – um nur einige zu nennen. Die Autohersteller Melkus, Saab, Gumpert und Artega meldeten Konkurs an, wir ärgerten uns über die Einführung der Wechselkennzeichen, die keine war. Die Verkehrsminister stoppten die Einführung der jährlichen TÜV-Untersuchung, dafür wird aufgrund neuer Verordnungen 20 Prozent Aufschlag auf die reguläre Prüfungsgebühr erhoben, wenn wir mehr als zwei Monate in Verzug sind. Und was wird das nächste Jahr bringen? Falschparken wird doppelt so teuer, die Führerscheinregeln ändern sich mal wieder, damit alle endgültig den Überblick verlieren, wobei man sich eines merken kann: Trikes werden Motorrädern gleichgestellt, so dass eine entsprechende Fahrerlaubnis nötig wird. Über die Gleichstellung mag man sich echauffieren, aber vielleicht hat diese Änderung zur Folge, dass weniger dieser Gefährte den gemeinen Verkehrsteilnehmer belästigen. Und noch? Um eine Antwort zu finden, liest man sich durch sämtliche Jahreshoroskope, beäugt argwöhnisch die Blubberblasen im Lack seiner Fahrzeuge, horcht in Motoren- und seine eigenen Herzgeräusche hinein, bleckt die Zähne im Spiegel, zieht Falten stramm, auf dass sie wieder ineinander zusammen fallen. Die Falten jetzt. Doch welches Schicksal und welche Ereignisse 2013 wirklich bringt – diese Antwort entdeckt man an ganz anderer Stelle. Die Lösung liegt in dem kleinen Kästchen zwischen meinen Fingern. Es ist ein „Car Perfume“ der Firma Rituals. Dabei handelt es sich um Schächtelchen, die als „Holz-Diffusor mit edlem Satin-Innenfutter“ beschrieben werden. Man klickt sie an die Belüftungsschlitze seines Fahrzeugs und beduftet die Karre wahlweise in den Noten „Eukalyptus und Rosmarin“ (auch Hammam genannt), „Vetiver und Muskatellersalbei (Spring Garden), „Sandelholz und Copaiba“, (Sacred Fire) und „Kirschblüte und Reismilch“, (Sukura).
Und was hat das Ganze jetzt mit dem kommenden Jahr zu tun? Ganz einfach: Freuen wir uns auf die „Car Perfumes“ von Rituals, denn sie stehen stellvertretend dafür, dass wir uns auch in 2013 über neue Erfindungen amüsieren können, die eindeutig besser aussehen als das Althergebrachte – in diesem Fall Wunderbäume, die olfaktorische Plage ganzer Generationen, die unansehnliche Last aller Rückspiegel. Die „Car Perfumes“ belegen außerdem, dass wir uns auch im nächsten Jahr wieder mit Dingen umgeben werden, die kein Mensch auf diesem Planeten braucht und dass es mal wieder gilt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: Liebe und Benzingeruch zum Beispiel. Dazu symbolisieren die Bedufter, dass in der Zukunft vieles anders aussehen wird – aber manches noch genauso stinkt wie eh und je. Wie beruhigend. Und irgendwie passt auch die Unterzeile der Produktbeschreibung zum Jahreswechsel: „Life is a Journey.“ Ist richtig.

Ein gutes und gesundes und glückliches Jahr für alle – und für alle unsere Autos.